Clemens August Eickholt, - Päpstlicher Offizier

Für viele Westkirchener ist der Name Clemens August Eickholt gar kein Begriff mehr, dabei besaßen früher viele Dorfbewohner ein Exemplar seines Buche "Roms letzte Tage unter der Tiara".

Clemens August Eickholt wurde 1844 in Westkirchen geboren und wuchs in der alten Rentei neben dem Haus Diek auf. Nach seinem Abitur ging er nach Wien, um dort Jura zu studieren. Zur damaligen Zeit war das heutige Italien in mehrere Königreiche geteilt und Viktor Emmanuel, König von Savoyen wollte, diese zu einem Königreich Italien vereinigen. Doch der Kirchenstaat wollte sich dieser gewaltsamen Einverleibung nicht beugen und bat in vielen katholischen Ländern um Freiwillige, die den Papst und den Kirchenstaat schützen sollten. Diesem Ruf folgte Clemens Eickholt mit seinem besten Studienfreund Freiherr Pius von Lazarini.

In seinem Buch "Roms letzte Tage unter der Tiara" beschreibt er seine Eindrücke und die Erlebnisse unter seiner Heiligkeit Pius IX., über die geheimen Verschwörungen Garibaldis, das Volk Roms gegen den Heiligen Vater aufzuhetzen und über die Attentate auf hohe Persönlichkeiten, die gegen die Einverleibung des Kirchenstaates waren. Einmal sogar hatte er den Auftrag, eine solche Freimaurerloge zu zerschlagen.

Nach dem Krieg zwischen Frankreich und Deutschland 1870/71 konnte der Papst nicht mehr durch die Truppen der Franzosen geschützt werden. Nun war die Stunde Viktor Emmanuels gekommen. Am 12. September 1870 fielen die Truppen des Königs von Savoyen in den Kirchenstaat ein, mit dem heuchlerischen Vorwand, den Heiligen Vater zu schützen. Kurz vorher schleuderte Pius IX. einen Diplomaten V.E. folgende Worte entgegen:

"Razzi di viperre! Tombe sbiancate!" (Otterngezüchter! Übertünchte Gräber!)

Die Truppen rückten immer näher, bis sie am 20. September 1870 vor den Mauern Roms standen. Der Papst wußte, daß er gegen die Übermacht Garibaldis keine Chance hatte, wollte aber noch einmal sein Recht auf seinen Besitz beteuern. Er veranlaßte, daß man sich so lange wehren sollte, bis die feindlichen Truppen die Mauern der Ewigen Stadt durchbrochen hätten. Nachdem man Rom verzweifelt verteidigt hatte, durchbrachen die Feinde nach 5 geschlagenen Stunden die Porta Pia. Zur gleichen Zeit kämpfte Clemens Eickholt an der Porta San Giovanni, nahe der Lateran Basilika. Als er hörte, daß man kapituliert hatte, feuerte er den letzten Schuß aus 1.200 m Entfernung. Er selber schreibt dazu in seinem Anhang: 
 

"Die Richtvorrichtung des Geschützes, das den letzten Schuß abgegeben hatte, nahm ich mit dem abgeschraubten Entfernungsmaß als Andenken an mich. Sie ist später in der nach dem Brand von 1868 neuerbauten Pfarrkirche meines Geburtsortes Westkirchen in Westfalen nebst einer auf Pergament gedruckten erläuternden Inschrift in den Fuß des Altares eingemauert worden. Papst Pius IX. hat den mit dem Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe geschmückt ist, mit einem Ablaß begnadigt und aus den Katakomben, vom Grabe der heiligen Cäcilia, den Altarstein gespendet."

Sein Leben hätte er gerne gegeben, mußte aber dem Befehl des Papstes gehorchen, kein weiteres Blut zu vergießen.
Nach seiner Gefangenschaft kehrte er wieder in die Heimat zurück. Im Rheinlande, wo seine Mutter und Geschwister jetzt lebten. Dort blieb er, bis er dann etwas später nach Münster zog, wo er 1919 verstarb.

Seinen Geburtsort Westkirchen blieb er immer treu verbunden. Das Visier und ein Bildnis von der Immerwährenden Hilfe wurde nach der Restaurierung 1970 in der Marienkapelle der Kirche aufgestellt.